Wieder und wieder und wieder wird Deutschland, genauer: der Bundesregierung, vor Augen geführt, wie die Außenpolitik des stärksten Landes inmitten von Europa angesehen wird. Konrad Adenauer - der sogar anfänglich auch Außenminister war - mit seiner Westbindung und seiner Annäherung an den einstigen „Erbfeind“ Frankreich. Helmut Schmidt mit seiner die Welt und Europa vernetzenden Wirtschafts- und Finanzpolitik und seinem Nein zu Jimmy Carters Plan mit der Neutronenwaffe. Oder die unermüdliche Reisediplomatie eines Frank-Walter Steinmeier, die Deutschland fest ins multilaterale Netz einband. Es geht allerdings darum, dass dieses Land wegen seiner Lage und Stärke in Europa international als eine Art Orientierungsmacht angesehen wird.
Source: Der Tagesspiegel October 18, 2019 18:45 UTC