Daraus folgt beispielsweise, dass Rechtsprinzipien wie die Gleichberechtigung von Frau und Mann, die Meinungsfreiheit, aber auch der Spielraum der Wissenschaft oder die staatliche Bildungshoheit nicht mittels religiöser Argumente ausgehebelt werden können. Wenn es die EU überhaupt noch gibtWie ist es in der Türkei dazu gekommen? Die Redensarten vom Abendland, das - anders als die Nato - südöstlich hinter Bulgarien und Griechenland ende, weswegen die Türkei nie zu Europa gehören werde, erweisen sich als kostspielig. Diese Bitterkeit wird nicht geringer, wenn die türkische Opposition mitansehen muss, dass in der Flüchtlings- und Migrantenkrise die EU und auch die deutsche Regierung unter „Türkei“ nurmehr „Erdogan“ verstehen. Es wäre nicht mehr ihr Land, hatte die Kanzlerin gesagt, wenn es die Grenzen für Flüchtlinge nicht bedingungslos öffnen würde.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung October 20, 2016 18:56 UTC