Angesichts von Greta Thunberg und ihrer Stilisierung als Jeanne D’Arc der Ökobewegung allerdings beschleicht einen bei aller Liebe und Sympathie für jugendlichen Idealismus und auch rhetorische Bizarrerien ein Gefühl, dass diese Verbalradikalismen in Kombination mit einem vulgärheroischen Rebellentum Gretas Sturm-und-Drang-Jahre entzaubern und sie mit dem bitteren Ernst erwachsener Anliegen kurzschließen. Die Instrumentalisierung der Greta T. ist weniger eine Pflege ihrer Anliegen als ein zynisches Verschanzen hinter ihrer gut inszenierten Reinheit mit den traurigen Kinderaugen, denen etwas Sakrales angedichtet wird.
Source: Die Welt February 17, 2019 11:26 UTC