Schon in der Breschnewschen Epoche »stagnierte« nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjetunion, sondern auch die Anzahl ihrer »slawischen« Einwohner. Der Alkoholismus der Männer gehörte ebenso dazu wie die Emanzipation der sowjetischen Frauen, denen der Sozialismus Alternativen dazu bot, in der Mutterrolle aufzugehen. Schließlich kann es nicht sein, dass der Staat sein Volk, auf das er ein »natürliches« Anrecht beansprucht, mit Mutterschaftskrediten kaufen muss. Schon der Moderator vertrat ein »Analytisches Zentrum Katechon« und wetterte gegen den Disney-Film »Die Schöne und das Biest«. Der Abschlussredner, Vertreter einer kirchlichen Stiftung, die ein Abtreibungsverbot durchsetzen will, zeigte in seiner Präsentation deren Logo: ein Wappen der Sowjetunion, das in der Mitte nicht Hammer und Sichel, sondern einen Fötus zeigt.
Source: Junge Welt March 19, 2017 17:08 UTC