In einer Haftanstalt in der tunesischen Hauptstadt Tunis sind auch deshalb rund zwei Dutzend Migranten am Montag in einen unbefristeten Hungerstreik getreten. Sie fordern ihre umgehende Freilassung, befürchten sie doch, dass das Virus früher oder später in die berüchtigte, speziell für Migranten vorgesehene Anstalt Wardia in einem Außenbezirk von Tunis eingeschleppt werden könnte. Neben Häftlingen aus Marokko, Algerien und Libyen sitzen auch Menschen aus Kamerun, Senegal und anderen afrikanischen Ländern in Wardia ein. Mehrere UN-Organisationen würden zudem derzeit mit der tunesischen Regierung über eine Freilassung der gegenwärtig im Land inhaftierten Migranten verhandeln. Die Haft- und Abschiebepraxis tunesischer Behörden gegen Migranten steht bereits seit Jahren immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik.
Source: Junge Welt April 07, 2020 17:26 UTC