Einen, der an seiner ersten Heimat, der DDR, zerbrochen ist und dem auch dieses Deutschland, seine zweite Heimat, so viele Kopfschmerzen bereitet; ausgerechnet Biermann, den Zerrissenen, nimmt sich der Bundespräsident zum Anker? In einer Zeit, in der die Deutschen mit ihrem Land hadern, mit ihrer Demokratie, in der jeder Schritt ins offene Europa zugleich die eigene Existenz infrage stellt. Die nicht wissen, welchen Wert ihr kleines bisschen Heimat neben der Globalisierung und den Massenwanderungen der Welt noch hat. Heimat, dieses alte Wort, holt Steinmeier jetzt aus der Ecke der Muffigkeit heraus. Und das ist doch schon etwas in einer Zeit, in der viele Menschen glauben, die Geschicke ihres Lebens werden „da oben“, fern der Heimat, gelenkt.
Source: Der Tagesspiegel October 03, 2017 20:26 UTC