Nach dem Tod eines Säuglings, der leblos im Abfallkorb einer Bushaltestelle in Schleswig-Holstein gefunden worden war, muss die Mutter des Kindes drei Jahre in Haft. Vom ursprünglichen Anklagevorwurf, die junge Frau habe ihr Kind nach der Geburt erstickt, rückte die Staatsanwaltschaft nach der Beweisaufnahme ab. Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt hatte fünf Jahre Freiheitsstrafe für die Mutter gefordert, die Verteidigerin hatte auf Freispruch plädiert. Oktober 2015 wurde der Leichnam dann im Papierkorb einer Bushaltestelle in Sülfeld im Kreis Segeberg gefunden, nachdem eine ahnungslose Fahrradfahrerin die Tüten dorthin gebracht hatte. Die Mordkommission hatte über ein Jahr lang akribisch ermittelt, um die Mutter im Flüchtlingsheim in Seth bei Sülfeld zu finden.
Source: Suddeutsche Zeitung October 04, 2017 15:11 UTC