17/6465, „bei dem Reformationsjubiläum im Jahr 2017 handelt es sich um ein Ereignis von Weltrang.“ CDU/CSU und SPD waren dieser Meinung, auch die Grünen und die damals noch vorhandene FDP-Fraktion. Oktober 1517 soll ein Pedell der Wittenberger Provinzuniversität an der Tür der Schlosskirche ein Thesenpapier ausgehängt haben, so vermutet es die neuere Forschung, in dem ein örtlicher Theologieprofessor namens Martin Luder auf reichlich akademische Art das Problem des päpstlichen Ablasshandels traktierte. Martin Luther, wie sich der Theologe später nannte, wurde zu einer Figur der Weltgeschichte. Ein Gottesdienst in der Berliner Marienkirche, ein Festakt im Schauspielhaus am Gendarmenmarkt, dann ein Jahr voller Ausstellungen, Kirchentage, Events. Das Land Sachsen-Anhalt lässt sich das Spektakel, das eine Abwechslung vom spröden Frühaufsteher-Image verheißt, ungefähr 100 Millionen Euro kosten.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung August 29, 2016 16:41 UTC