Dieser Universalismus, der ein materiales Freiheitsrecht als »das einzige, ursprüngliche, jedem Menschen kraft seiner Menschheit zustehende Recht« postuliert, impliziert zwingend die Überschreitung des nationalen Rechtsrahmens hin zu einer internationalen oder kosmopolitischen Friedensordnung. Problematisch wird der Universalismus aber nicht vor allem durch seine reaktionären Opponenten. Anders gesagt: Der Universalismus wurde imperialistisch. Die Postcolonial Studies schließlich stellten den Universalismus gänzlich unter den Generalverdacht, kolonialer Beherrschung Vorschub zu leisten, weshalb, ganz wie bei de Maistre, der Stellenwert begrenzter organischer Gemeinschaften betont wurde. Man wird leicht finden, dass solche lokale Beschränkung dem negativen Universalismus des Kapitals nichts entgegenzusetzen hat.
Source: Junge Welt February 24, 2026 18:31 UTC