Faktenchecks sind keineswegs wirkungslos, aber ihre Effekte begrenzt: Mehrere Untersuchungen belegen, dass die Wirkung zeitlich abnimmt und stark vom politischen Kontext abhängt. In hoch polarisierten Milieus werden Faktenchecks nicht als Informationsangebot wahrgenommen, sondern als Angriff auf die eigene Identität. Problematisch wird es aber, wenn Faktenchecks eine andere Funktion übernehmen sollen: nämlich strukturelle Defizite redaktioneller Formate zu kompensieren. Und sie brauchen Redaktionen, die bereit sind, strukturelle Fragen zu stellen und sich ihrer Verantwortung bewusst sind: Warum dieses Format? Faktenchecks brauchen eine Umgebung, in der sie wirken könnenWenn sie als nachgelagerte Absicherung dienen, um sich der Debatte über Inszenierung, Plattformmacht und Verantwortung zu entziehen, werden sie zum Feigenblatt.
Source: Der Tagesspiegel April 02, 2026 10:52 UTC