Deshalb stellte die Bauministerin der dramatischen Bestandsaufnahme gleich noch den Vorschlag zur Seite, der Bund möge die Berechnung des Wohngeldes an die Mietenentwicklung koppeln und die staatliche Hilfe für Bedürftige alle zwei Jahre anpassen. Das soll das Ärgernis beseitigen, dass die mit Abermillionen staatlicher Subventionen erstellten Sozialbauten irgendwann aus der Förderung fallen und die Hausbesitzer sie in teure Eigentumswohnungen umwandeln. Die Bürgerwohnung ist die Lösung, wenn Bund und Länder sie wollen. Der Bund schießt ein paar tausend Euro Baukapital zu, Förderbanken gewähren „Bürgerkredite“ bis die Wohnung abbezahlt ist und der Fiskus erkennt die für den Kredit fälligen Zinsen an und das senkt die Steuerlast. Aber die Bürgerwohnung als neues Format bietet etwas Sicherheit in einer Zeit, in der Leben und Arbeiten in Abschnitte und prekäre Milieus zerfällt.
Source: Der Tagesspiegel July 06, 2017 17:15 UTC