Trotzdem gelingt es den linken Bewegungen und Parteien, die im Zuge der Finanzkrise entstanden - Occupy, Indignados, Syriza, Podemos -, kaum, die politische Landschaft maßgeblich zu verändern. Dieses Machtvakuum nutzen die Rechten, die spätestens seit dem Wahlsieg Viktor Orbáns in Ungarn 2010 weltweit auf dem Vormarsch sind. Da kommt es gelegen, dass der Journalist Sebastian Friedrich nun am Berliner Ensemble eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel »Bündnisse bilden« gestartet hat. Nachtwey und Friedrich fordern für die Erneuerung linker Politik eine Überwindung des Gegensatzes von Identitäts- und Klassenpolitik. Mit einem Ansinnen etwa, die Deutsche Bahn wieder zu verstaatlichen, so Nachtwey, dürften Linke im Prinzip auch Konservative leicht begeistern können.
Source: Neues Deutschland November 25, 2019 17:00 UTC