Vor allem im chaotischen Herbst 2015 waren die Ausländerbehörden und die Jugendämter nicht immer in der Lage, das Alter der Flüchtlinge ordentlich zu prüfen und die Identität festzustellen. Wie in der Flüchtlingspolitik überhaupt, dauerte es auch beim Thema UMA lange, bis die Politiker begannen, die Probleme zu analysieren und über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren, die angemessen sind, um jugendlichen Flüchtlingen einerseits Schutz zu bieten und andererseits den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Nach Angaben der baden-württembergischen Landkreise, die mit ihren Jugendämtern für die Inobhutnahme zuständig sind, kostet die UMA-Betreuung pro Jahr etwa 42 Millionen Euro. Kurzfristig gab es Überlegungen von der CSU, einigen CDU-Politikern sowie vom Deutschen Landkreistag, für die UMA ein gesondertes, neues Hilfesystem im Asyl- oder Ausländerrecht zu schaffen. Das Ziel sollte es sein, die Betreuung billiger zu machen und auch zu erreichen, dass die jungen Flüchtlinge sofort nach ihrer Ankunft einen Asylantrag stellen.
Source: Frankfurter Allgemeine Zeitung March 22, 2018 12:52 UTC