Was sich abzeichnet, ist vielleicht aber das: Die Trennung zwischen den Guten und den Bösen auf der internationalen Bühne ist für das Verständnis der Gipfeldynamik weniger hilfreich als die Unterscheidung zwischen den Kooperationsbereiten und denen, die es nicht sind. Bei einer Rede in Warschau bekräftigte er zwar sein Bekenntnis zur Nato und bekundete überlaut seinen Willen, an der Seite Polens und der osteuropäischen Länder zu stehen. Es geht auf dem G20-Gipfel nicht um Gut und Böse, sondern um Kooperationsbereitschaft und KooperationsverweigerungTrumps Außenminister, Rex Tillerson, hingegen, streckte am selben Tag die Hand in Richtung Russland aus und bot eine Zusammenarbeit in Syrien an. Was passiert, wenn sich Trump und Putin am Rande des Gipfels begegnen? Was zählt in der neuen Weltordnung, ist nicht der Kulturkampf zwischen den Guten und den Bösen, sondern Gesprächsbereitschaft.
Source: Der Tagesspiegel July 06, 2017 17:26 UTC