Es sieht nicht gut aus, das Partyvolk, das sich da in einer „Wohnung in Frankenberg/Sachsen“ mit Couch und dominanter Lederphallus-Dekoration eingefunden hat. Die Regisseurin Claudia Bauer hat es für ihren Heiner-Müller-Abend „Germania“ in der Berliner Volksbühne in aufblasbare grüne Ganzkörperanzüge gesteckt: Ein Feier-Trupp mit dem Charme und Phlegma handelsüblicher Wasserbälle. Die beiden Texte, die Regisseurin Claudia Bauer an diesem Abend an der Volksbühne ineinander schneidet, sind in größerem zeitlichen Abstand entstanden. „Germania Tod in Berlin“ – 1978 in München uraufgeführt – bespiegelt zentrale Ereignisse aus den Anfangsjahren der DDR wie den Arbeiteraufstand vom 17. Die Regisseurin Claudia Bauer betont die Groteske, setzt auf Überdrehungshumor als Mittel zur Freilegung des deprimierenden Kerns.
Source: Der Tagesspiegel October 19, 2019 08:03 UTC